Stand: Sept. 2016

Schlaun-Gymnasium

„Traue jemandem etwas zu und er wird sich bemühen, diesem Vertrauen zu entsprechen.“

Don Bosco (1815 – 1888)


1. Vom Namensgeber zum Schulprofil

Das Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasium, 1899 Reformschule und damit Alternative zu den damals üblichen humanistischen Gymnasien, ist heute ein Gymnasium, das allen Schülerinnen und Schüler etwas zutraut, indem es sie in ihren Stärken und Begabungen fördert, unabhängig davon, ob diese im naturwissenschaftlichen Bereich liegen oder im geisteswissenschaftlich-künstlerischen Bereich. Das drückt sich in dem Schulprofil Arts & Sciences aus. Dieses Profil findet sich auch in dem Namensgeber der Schule, Johann Conrad Schlaun (1695 – 1773). In seiner Person um seinen Beruf vereinigten sich naturwissenschaftliche und künstlerische Aspekte. Für uns ist es ein Ansporn, das Potential unserer Schülerinnen und Schüler frühzeitig zu erkennen und sie auf dem Weg der Entwicklung ihrer Fähigkeiten zu begleiten, zu fördern und herauszufordern. Begabungsförderung setzt individuelle Förderung voraus.
Für eine gesunde Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit, ein stabiles Selbstbild und psychisches Wohlbefinden ist es für uns als Schule sehr wichtig, für besondere Entwicklungsbedürfnisse der Kinder neben den obligatorischen gymnasialen Rahmenvorgaben früh individuelle Angebote bereitzuhalten.


2. Voraussetzungen für eine zielgerichtete Begabungsförderung

An der Schule unterrichten ausgebildete Lehrkräfte mit der Zusatzqualifikation ECHA-Diplom (= European Council for High Ability) und ECHA-Coach. Darüber hinaus arbeitet die Schule auch im Projekt „Lernpotenziale. Individuell fördern am Gymnasium“ und im Netzwerk „Zukunftsschulen NRW. Netzwerk Lernkultur. Individuelle Förderung“ mit. Wir fühlen uns der kontinuierlichen Weiterarbeit in diesem Bereich verpflichtet, um all unseren Schülerinnen und Schülern auch weiterhin eine passgenaue Begleitung und Unterstützung zukommen zu lassen und gleichzeitig den besonders Begabten besondere Herausforderungen zu unterbreiten. Dabei kooperieren wir mit der Schulpsychologie und anderen außerschulischen Partnern.


3. Angebote zur Begabungsförderung

  • Profil Arts & Sciences

    Alle Schülerinnen und Schüler wählen in der Jahrgangsstufe 7 ihren Profilbereich „Arts“ oder „Sciences“. In diesem Profilbereich besuchen sie nicht nur das Differenzierungsfach im Wahlpflichtbereich II, mit dem sie ihre Interessen weiter vertiefen und interdisziplinär vernetzen. Ihnen stehen zudem zahlreiche außerunterrichtlichen Angebote innerhalb ihres Profilbereichs offen, darunter viele Arbeitsgemeinschaften und Workshops. Diese können sie für ihr Profil-Zertifikat anrechnen lassen.

    Begabte und engagierte Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 und 9 können am sogenannten Profiltag selbst ein Angebot aus ihrem Profilbereich in Form eines Workshops bereithalten. Sie werden so für einen Tag selbst zu Unterrichtenden und gestalten im Sinne einer gelebten Partizipation das Schulleben mit. Nebenbei findet nach dem Prinzip „Lernen durch Lehren“ auch für die Leiter und Leiterinnen der Workshops eine Form der herausfordernden Förderung statt. Weitere Hinweise zu unserem Schulprofil lassen sich unserem Flyer „Arts & Sciences“ entnehmen.


Außerdem bieten wir als Enrichment-Angebote:

  • Teilnahme am Forder-Förder-Projekt in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Centrum für Begabungsförderung icbf (Jahrgangsstufen 5/6) als Drehtürprojekt
  • Teilnahme am Forder-Förder-Projekt Plus in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Centrum für Begabungsförderung icbf (Sekundarstufe II) im Rahmen von Projektkursen
  • Drehtürmodell für sprachbegabte Kinder (ab Klasse 6): Latein und Französisch gleichzeitig
  • Unterstützung und Förderung von (längeren) Auslandsaufenthalten


Neben den klassischen Schüleraustauschen nach Frankreich, England und Spanien, die in der Regel eine Woche dauern, halten wir für besonders sprachbegabte Schülerinnen und Schüler folgende Angebote bereit:

  • Vermittlung von Kurzzeit- und Langzeitaufenthalten für sprachbegabte Französischschülerinnen und –schüler durch unsere besonders enge Kooperation mit dem Institut Français im Rahmen der Programme Brigitte Sauzay und Voltaire
  • Workexperience in Easingwold/Großbritannien
  • Vermittlung von Sprachaufenthalten in Guatemala


Sprachzertifikate

Wir unterstützen unsere Schülerinnen und Schüler auch bei der Erlangung von Sprachzertifikaten. Diese sind international anerkannt und schaffen eine Vergleichbarkeit durch ihre Orientierung an den Kompetenzstufen des Europäischen Referenzrahmens. Sie stellen eine zusätzliche Qualifikation dar, die für viele Studiengänge und auf dem Arbeitsmarkt als Schlüsselqualifikationen und Zugangsvoraussetzungen gelten. Bei uns am Schlaun bereiten wir zumeist in Arbeitsgemeinschaften auf folgende Zertifikate vor:

  • Englisch: Cambridge Certificate (FCE und CAE, B2-C1)
  • Französisch: Diplôme d'Etudes en Langue Française (DELF, A1-B2)
  • Spanisch: Diplomas de Español como Lengua Extranjera (DELE)
  • Italienisch: telc italiano (B1 und B2)


Förderung von Mehrsprachigkeit und Vielfalt als Form der Begabungsförderung

Eine besondere Form der Förderung von Mehrsprachigkeit sehen wir bei der engagierten Mitarbeit von begabten Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund in unserer internationalen Klasse, in der seit dem 2.5.2016 achtzehn Schülerinnen und Schüler aus sieben Ländern unterrichtet werden. Dort bringen sie sich auf unterschiedliche Weise ein (als Dolmetscher/in, als Kulturmittler/in, als Sprachhelfer/in u.a.) und erweitern neben ihrer eigenen interkulturellen Kompetenz ihre sozialen und methodischen Kompetenzen. Auch hier kommt das Prinzip „Lernen durch Lehren“ wieder zum Tragen.
Speziell ausgebildete DaZ-Lehrkräfte (DaZ = Deutsch als Zweitsprache) erkennen und fördern bereits seit drei Jahren besondere Begabungen auch bei Kindern mit Migrationshintergrund und/oder Fluchterfahrung.


Wettbewerbe

  • Jugend forscht/Schüler experimentieren: 1. Preise regional 2006 und 2007; Schulpreis NRW 2010; 2008 Bundessieger im Fachbereich Biologie; 2009 zweitbeste Schule; 2010 Auszeichnung als besonders engagierte Schule, verbunden mit einem Preisgeld von 1000 €
  • Mathe für kleine Asse
  • Känguru-Wettbewerb Mathematik
  • Mathematik-Olympiade
  • DECHEMAX
  • MexLab
  • Bundeswettbewerb politische Bildung
  • Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten: Bundessieg 2013
  • Bundeswettbewerb Fremdsprachen
  • Internetwettbewerb Französisch
  • Deutsch-französischer Vorlesewettbewerb/Concours de lecture franco-allemande
  • Jugend debattiert

Wirtschafts-AG
BWL-Schnupperstudium
Junioruniversität

Besondere Begabungen haben verschiedene Gesichter. Nicht immer gelingt es, vorhandene Potenziale in Leistung umzusetzen. Für Kinder, auf die diese Beschreibung zutreffen könnte, bietet die Schule weitere Unterstützung durch:

Coaching (hoch)begabter Schülerinnen und Schüler

In manchen Fällen gelingt es Schülern und Schülerinnen trotz hoher Begabung nicht, ihre Fähigkeiten im Unterricht und in Leistungssituationen umzusetzen. Diese Kinder werden durch das Coaching unterstützt, in dem ihnen geholfen wird, Hindernisse, die einem erfolgreichen Lernen im Wege stehen, zu überwinden. In Absprache mit den Schülerinnen und Schülern werden Ziele gesetzt und Veränderungsprozesse initiiert und begleitet. Dabei kann es sich um Schwierigkeiten in der Strukturierung/Organisation der Arbeit und/oder um ungünstige Verhaltensweisen im Unterricht handeln.

 Lerncoaching allgemein

Das Kollegium des Schlaun verfügt über ein ausgebildetes Team an speziell fortgebildeten Lerncoaches, die auch allen anderen Kindern, deren Begabung vielleicht noch nicht so deutlich zutage getreten ist, Unterstützung bieten. Dabei sind Selbstwirksamkeit ein zentrales Konzept und Freiwilligkeit eine wichtige Voraussetzung.

MOST (= Motivations- und Selbststeuerungstraining)

Wie beim Coaching setzt auch das „Motivations- und Selbststeuerungstraining" (kurz: MOST) in Kooperation mit dem icbf (= Internationales Centrum für Begabungsforschung) dort an, wo Begabungen nicht immer von allen Kindern und Jugendlichen in entsprechende, von der Umwelt erwartete oder erwartbare Leistungen umgesetzt werden. Besonders dramatische Auswirkungen können diese „Minderleistungen" im schulischen Kontext haben. MOST ist ein Angebot, das für diese Zielgruppe spezielle Trainingsmaßnahmen entwickelt. Ausgangspunkt für das Training sind dabei die Stärken der Kinder und Jugendlichen. Die Trainingseinheiten finden zu vorher abgestimmten Zeiten außerhalb des Unterrichts in der Schule statt.

Akzeleration

  • Überspringen von Klassen
  • Teilnahme am Unterricht in höheren Klassen in einzelnen Fächern (Teilakzeleration)
  • Individuelle Stundenpläne in begründeten Fällen (Teilnahme am Regelunterricht + Teilnahme am Unterricht höherer Klassen + Förderung in Kleingruppen)

Für Rückfragen stehen wir selbstverständlich gerne zur Verfügung und freuen uns über Ihr Interesse: http://www.schlaun-gymnasium.de/aktuelles.html

Ini Hochbegabte Münster wurde umgesetzt von otherworld.de